Wie oft sollte man Klavier üben? Qualität vor Quantität
- Shuanghui Xu
- vor 8 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Eine der häufigsten Fragen im Klavierunterricht lautet: „Wie viel sollte man eigentlich üben?“
Die ehrliche Antwort: Weniger, als viele denken - aber regelmäßiger, als man vermutet.
Beim Klavierlernen geht es nicht darum, möglichst lange am Instrument zu sitzen. Entscheidend ist, wie man übt, nicht wie lange.
Warum lange Übezeiten oft überschätzt werden
Viele stellen sich vor, dass Fortschritt nur durch tägliche, einstündige Übeeinheiten entsteht. In der Realität ist das für die meisten Kinder (und auch für Erwachsene) weder notwendig noch sinnvoll.
Nach etwa 15–25 Minuten lässt die Konzentration spürbar nach. Was danach folgt, ist oft Wiederholung ohne Fokus. Musik entsteht aber nicht durch mechanische Dauer, sondern durch bewusste Aufmerksamkeit.
Für Kinder: kurz, klar, regelmäßig
Bei jüngeren Kindern reichen oft 5–15 Minuten, je nach Alter und Konzentrationsfähigkeit.
Wichtig ist:
ein klarer Anfang
ein kleines Ziel
ein positives Ende
Lieber vier kurze Einheiten pro Woche als eine lange am Wochenende. Kontinuität wirkt stärker als Intensität.
Für Erwachsene: Struktur statt Druck
Erwachsene haben meist weniger Zeit – aber mehr Selbststeuerung. Hier sind 20–30 Minuten an mehreren Tagen pro Woche realistisch und effektiv. Entscheidend ist:
nicht nebenbei üben
nicht unter Zeitdruck
nicht mit dem Ziel „fertig zu werden“
Ein strukturierter Ablauf hilft:
Wiederholung
neue Stelle isolieren
bewusstes Durchspielen
Qualität bedeutet: bewusst üben
Gutes Üben erkennt man daran, dass man:
kleine Abschnitte wiederholt
schwierige Stellen isoliert
langsam beginnt
bewusst zuhört
Schnelles Durchspielen eines Stücks bringt oft weniger als fünf Minuten konzentrierte Detailarbeit.
Realistische Routinen schaffen
Der größte Fortschrittsfaktor ist nicht Talent, sondern Gewohnheit. Hilfreich ist:
ein fester Wochentag
eine feste Uhrzeit
ein klarer Platz zum Üben
Wer das Üben in den Alltag integriert, muss nicht jedes Mal neu Motivation aufbringen.
Was nicht hilft
Üben aus schlechtem Gewissen
Vergleiche mit anderen
Druck durch Zeitvorgaben
„Ich muss das heute perfekt können“
Musik entwickelt sich schrittweise. Zu hohe Erwartungen bremsen eher, als dass sie helfen.
Fortschritt ist nicht linear
Es gibt Wochen, in denen alles leicht fällt – und andere, in denen nichts vorangeht. Das ist normal.
Oft verarbeitet das Gehirn Gelerntes im Hintergrund. Manchmal braucht ein Stück einfach Zeit. Geduld ist ein Teil des Lernens – kein Hindernis.
Begleitung macht den Unterschied
Im Unterricht der Melovelle Musikschule München besprechen wir regelmäßig, wie individuell sinnvoll geübt werden kann – angepasst an Alter, Alltag und Ziel. In den ruhigen Räumen im Innenhof der Clemensstraße 2a lernen Schüler nicht nur Stücke, sondern auch, wie man effektiv übt.
Denn gutes Üben ist eine Fähigkeit – und sie lässt sich lernen.
Wer regelmäßig und aufmerksam übt, macht langfristig größere Fortschritte als jemand, der nur gelegentlich sehr lange spielt. Klavierlernen ist kein Sprint. Es ist ein Prozess – getragen von kleinen, beständigen Schritten.
Wenn Sie unsicher sind, wie viel Üben für Sie oder Ihr Kind sinnvoll ist, beraten wir Sie gern persönlich.
in der Melovelle Musikschule München in der Clemensstraße 2a in 80803 München. Vereinbare deine Probestunde



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